ATEX Ventilleckageerkennung: Undichte Ventile sicher prüfen

August 5, 2026 - Anna Grausgruber
ATEX Ventilleckageerkennung: Undichte Ventile sicher prüfen

ATEX Ventilleckageerkennung ist die Prüfung von Ventilen auf innere Leckagen in explosionsgefährdeten Bereichen mit geeigneter Messtechnik und einem freigegebenen Arbeitsverfahren. Akustische Emissionen am Ventilgehäuse zeigen strömungsbedingte Auffälligkeiten an einem nicht vollständig schließenden Ventilsitz. Die Methode eignet sich für Ortung, Screening und Trendbewertung. Sie ersetzt keine vorgeschriebene Druck- oder Dichtheitsprüfung und liefert ohne validierte Korrelation keine quantitative Leckrate.

Das Wichtigste in Kürze:
  • ATEX-Eignung und diagnostische Aussage sind zwei getrennte Prüfebenen: Die Gerätemarkierung weist keine Ventildichtheit nach.
  • Vor der Messung sind Ex-Zone, Gas- oder Staubatmosphäre, Gerätekategorie beziehungsweise EPL, Stoffgruppe, Temperaturklasse und Zertifikatsbedingungen abzugleichen.
  • Differenzdruck, Medium, Ventilbauart, Sensorposition, Betriebszustand und Fremdschall bestimmen die Verwertbarkeit des Signals.
  • Akustische Prüfungen dienen vor allem dem Screening, der Lokalisierung und dem Vergleich reproduzierbarer Messungen.
  • Stand 2026 ist eine Leckrate nur mit einer validierten Beziehung zwischen Signal, Ventil, Medium und Betriebszustand belastbar.

Die Kernentscheidung folgt drei Fragen: Ist das Messgerät für den konkreten Ex-Bereich geeignet, erzeugt der Betriebszustand ein auswertbares Signal und genügt die Methode dem geforderten Nachweis? Fällt eine dieser Ebenen aus, ist der Befund nicht belastbar. Die Definitionen der zerstörungsfreien Prüfung lassen sich anhand der Terminologie in ASTM E1316 fachlich einordnen.

Decision-Snapshot: Für die erste Priorisierung vieler Armaturen ist eine mobile akustische Prüfung passend. Für einen vorgeschriebenen Dichtheitsnachweis ist die jeweils festgelegte Druck- oder Dichtheitsprüfung erforderlich. Bei fehlender Druckdifferenz, nicht trennbarem Fremdschall, ungeklärter ATEX-Kennzeichnung oder unsicherem Zugang darf aus einer Feldmessung kein belastbarer Freigabebefund abgeleitet werden.

Welche Ausgangslage zählt bei ATEX Ventilleckageerkennung?

ATEX Ventilleckageerkennung findet unter Prozess- und Explosionsschutzbedingungen statt. Ein geschlossenes Ventil, das intern Medium passieren lässt, erzeugt keine zwingend sichtbare Außenleckage. Gleichzeitig überlagern Pumpen, benachbarte Armaturen und Rohrschwingungen das Nutzsignal. Die Prüfplanung muss deshalb Ex-Sicherheit, Prozesszustand und diagnostische Aussage gemeinsam behandeln, statt einen einzelnen Messwert isoliert zu bewerten.

Für metallische Industriearmaturen beschreibt ISO 5208:2015 den fachlichen Bezugsrahmen für Druckprüfungen. MSS SP-61 ordnet ebenfalls die Druckprüfung von Ventilen ein. Diese Regelwerke verdeutlichen den Unterschied: Eine akustische Feldprüfung erfasst zustandsbezogene Signale, während eine formale Prüfung einem definierten Prüfaufbau und Akzeptanzkriterium folgt.

In Pipeline- und Rohrleitungssystemen gehört außerdem die anwendbare Ventilspezifikation in die Prüfplanung. Die API Specification 6D bildet den branchenspezifischen Kontext für Pipeline- und Piping-Ventile. Der allgemeine Standardrahmen für Ausrüstung und Betrieb in der Öl- und Gasindustrie ist bei API dokumentiert.

Was bedeutet ATEX Ventilleckageerkennung genau?

Definition

ATEX Ventilleckageerkennung ist eine zustandsbezogene Prüfung eines Ventils auf innere Leckage in einem explosionsgefährdeten Bereich. Eine innere Sitzleckage liegt vor, wenn ein geschlossenes Ventil Medium von der Einlass- zur Auslassseite passieren lässt. Das Verfahren erfasst typischerweise mechanische Wellen am Gehäuse und bewertet sie zusammen mit den dokumentierten Betriebsbedingungen.

Akustische Emission ist die Erfassung transienter elastischer Wellen, die durch aktive Vorgänge in einem Werkstoff oder Bauteil entstehen. Bei einem undichten Ventilsitz erzeugt die Strömung messbare Signale. NDE-Ed erläutert die Grundlagen der Acoustic-Emission-Prüfung; die fachliche Terminologie für zerstörungsfreie Untersuchungen bleibt davon getrennt zu dokumentieren.

ATEX-Konformität beschreibt die zulässige Verwendung eines Geräts unter bestimmten Ex-Bedingungen. Sie bestätigt weder eine bestimmte Nachweisgrenze noch eine Dichtheitsklasse des geprüften Ventils. Vor dem Einsatz sind daher mindestens Zone, Gas- oder Staubatmosphäre, Gerätegruppe, Kategorie beziehungsweise Equipment Protection Level, Stoffgruppe, Temperaturklasse, Umgebungsbedingungen und besondere Zertifikatsauflagen abzugleichen.

Wie funktioniert die akustische Prüfung einer inneren Ventilleckage?

Ablauf / Funktionsweise

Die Funktionsweise beruht auf dem Zusammenhang zwischen innerer Strömung und messbaren Körperschallsignalen. Ein Sensor wird an einer definierten Stelle des Ventilgehäuses angekoppelt. Die Auswertung betrachtet Signalstärke, zeitlichen Verlauf und weitere Merkmale im Verhältnis zu Referenzpunkten und Prozessdaten. Die ASNT beschreibt Grundlagen der Acoustic-Emission-Analyse bei Feldprüfungen.

Eine aktuelle Fachübersicht in Sensors, Band 25, Ausgabe 14, behandelt akustische Emissionstechnologien zur Erkennung innerer Ventilleckagen. Für die Praxis folgt daraus keine universelle Signalgrenze. Ventilbauart, Medium, Differenzdruck, Sensorankopplung und Störschall müssen für jeden Befund gemeinsam dokumentiert und bewertet werden.

Der Messablauf umfasst sechs fachliche Stufen: Prüfziel festlegen, Ex-Eignung bestätigen, Betriebszustand erfassen, Messpunkte definieren, Signale bewerten und den Befund dokumentieren. Die Reihenfolge verhindert, dass ein auffälliger Wert ohne sicheren Einsatzrahmen oder Prozesskontext als Leckagenachweis interpretiert wird. Aktueller Stand 2026 bleibt die Trennung zwischen Screening, Trendbewertung und formaler Dichtheitsprüfung unverzichtbar.

Welche Entscheidungskriterien zählen bei ATEX Ventilleckageerkennung?

Eine belastbare Messung verlangt konkrete technische Eingangsdaten. Dazu gehören Ventilidentifikation und Bauart, Medium, Strömungsrichtung, Vor- und Hinterdruck, Temperatur, Ventilstellung, Sensorposition, Ankopplung, Messdauer sowie bekannte Störquellen. Fehlen diese Angaben, lassen sich Wiederholungsmessungen nicht sauber vergleichen und auffällige Signale keiner eindeutigen Betriebsbedingung zuordnen.

  • Ex-Abgleich: Zone, Atmosphäre, Kategorie oder EPL, Stoffgruppe, Temperaturklasse und besondere Einsatzbedingungen müssen zusammenpassen.
  • Prozesszustand: Eine für die Messaufgabe verwertbare Druckdifferenz und eine eindeutig dokumentierte Ventilstellung sind erforderlich.
  • Messkette: Sensor, Zubehör, Ankopplung, Geräteeinstellung und Softwareauswertung müssen als zusammengehörige Prüfkette betrachtet werden.
  • Referenz: Vergleichspunkte am Ventil und an angrenzenden Rohrabschnitten helfen bei der Trennung von Nutz- und Fremdsignalen.
  • Akzeptanzkriterium: Bereits vor der Messung muss feststehen, ob ein Screening, eine Trendentscheidung oder ein formaler Nachweis gefordert ist.

Für die Auswahl zählt nicht nur die ATEX-Markierung des Hauptgeräts. Auch Zubehör, Sensorverbindung, zulässige Umgebungsbedingungen und besondere Zertifikatsbedingungen gehören zum Abgleich. Eine technisch leistungsfähige Messkette ist ungeeignet, wenn ihre Ex-Einstufung nicht zur Zone passt. Umgekehrt belegt eine passende Kennzeichnung noch keine ausreichende diagnostische Empfindlichkeit für den konkreten Betriebsfall.

Welche Prüfoption passt zum geforderten Nachweis?

Die passende Option wird durch die Fragestellung bestimmt. Mobile akustische Messungen eignen sich für Screening und Priorisierung, vertiefte akustische Diagnosen für die Lokalisierung und Bewertung reproduzierbarer Signale, formale Druck- oder Dichtheitsprüfungen für einen Nachweis nach festgelegter Vorgabe. Die Optionen sind keine austauschbaren Varianten desselben Prüfzwecks.

KriteriumMobiles ScreeningVertiefte akustische DiagnoseDruck- oder Dichtheitsprüfung
Primäres ZielAuffällige Ventile priorisierenSignalquelle und Verlauf fachlich einordnenDefiniertes Akzeptanzkriterium prüfen
BetriebsbezugMessung im dokumentierten AnlagenzustandReferenz- und WiederholungsmessungenFestgelegter Prüfaufbau
ErgebnisUnauffällig, auffällig oder erneut prüfenBegründeter DiagnosebefundBewertung nach Prüfvorgabe
HauptrisikoFremdschall oder geringe DruckdifferenzUnzulässige Quantifizierung ohne ValidierungStillstand, Freischaltung und Prüfaufwand
Passender EinsatzArmaturenbestand vorsortierenAuffälligkeit verifizieren und verfolgenAbnahme oder vorgeschriebener Nachweis
Die Entscheidungstabelle trennt die drei Optionstypen nach Prüfziel, Ergebnis und Hauptrisiko.

Eine mobile Lösung ist besonders nützlich, wenn zahlreiche Ventile nach einem einheitlichen Verfahren erfasst werden sollen. Eine formale Prüfung bleibt erforderlich, sobald eine Spezifikation, ein Abnahmeplan oder eine betriebliche Vorgabe einen definierten Prüfdruck und ein bestimmtes Akzeptanzkriterium verlangt. Der diagnostische Komfort eines Feldverfahrens ändert den Nachweischarakter nicht.

Wie läuft ATEX Ventilleckageerkennung in der Praxis ab?

Ein sicherer Feldablauf beginnt vor dem Kontakt mit dem Ventil. Prüfverantwortliche legen Fragestellung, Freigabe, Ex-Rahmen, Betriebszustand und Abbruchkriterien fest. Erst danach wird gemessen. Dieses Vorgehen trennt Arbeitssicherheit von Dateninterpretation und sorgt dafür, dass jedes Ergebnis auf einen identifizierbaren Anlagenzustand zurückgeführt werden kann.

  1. Prüfziel festlegen: Screening, Fehlerlokalisierung, Trendvergleich oder formaler Nachweis eindeutig benennen.
  2. Arbeitsort freigeben: Ex-Zone, Geräteeignung, Zugänglichkeit und betriebliche Schutzmaßnahmen prüfen.
  3. Ventil und Prozess erfassen: Kennzeichnung, Bauart, Medium, Stellung, Druckverhältnisse und Temperatur dokumentieren.
  4. Messung standardisieren: Kontaktpunkte, Ankopplung, Einstellungen, Messdauer und Referenzpunkte konstant halten.
  5. Signal fachlich bewerten: Befund mit Prozessdaten, benachbarten Messpunkten und bekannten Störquellen abgleichen.
  6. Maßnahme ableiten: Wiederholungsmessung, vertiefte Diagnose, formale Prüfung oder Instandhaltungsentscheidung dokumentieren.

Die Dokumentation muss Rohdaten und Interpretation trennen. Zu einem nachvollziehbaren Datensatz gehören Geräte- und Sensoridentifikation, Ex-Eignung, Ventilkennzeichnung, Messort, Zeitpunkt, Prozesswerte, Einstellungen, Referenzmessungen, Störquellen, Bewertung und Folgemaßnahme. Nur so lässt sich bei einer späteren Prüfung erkennen, ob eine Signaländerung auf den Ventilzustand oder auf veränderte Betriebsbedingungen zurückgeht.

Was ist bei ATEX Ventilleckageerkennung wichtig?

Fall 1 – Screening eines Armaturenbestands: Mehrere geschlossene Absperrventile werden unter vergleichbaren Betriebszuständen an festgelegten Kontaktpunkten gemessen. Auffällige Signale werden nicht sofort als exakte Leckrate ausgegeben, sondern für eine vertiefte Diagnose priorisiert. Der Nutzen liegt in der strukturierten Vorauswahl; die Instandhaltungsentscheidung folgt erst nach technischer Plausibilisierung.

Fall 2 – Schwache Druckdifferenz: Ein Ventil zeigt kein eindeutiges akustisches Signal, während der Druckunterschied zwischen Einlass und Auslass gering ist. Das Ergebnis lautet nicht automatisch dicht. Die Messbedingung besitzt für die Fragestellung keine ausreichende Aussagekraft. Der nächste Schritt ist ein geeigneter Betriebszustand oder eine andere, zum Nachweisziel passende Prüfmethode.

Fall 3 – Fremdschall an einer Rohrleitung: Eine Pumpe erzeugt ein starkes Signal, das sich über die Rohrwand bis zum Ventil ausbreitet. Messpunkte vor und hinter dem Ventil sowie am angrenzenden Rohrabschnitt zeigen ein ähnliches Muster. Der Befund wird als Störeinfluss dokumentiert; eine innere Sitzleckage ist aus dieser Messung nicht belastbar ableitbar.

Fall 4 – Wiederholungsmessung: Ein Ventil wird bei derselben Stellung, vergleichbarer Druckdifferenz und identischer Sensorposition erneut geprüft. Ein verändertes Signal ist als Trend relevant, bleibt aber an die protokollierten Bedingungen gebunden. Ändern sich Medium, Temperatur oder Lastzustand, ist der direkte Vergleich fachlich eingeschränkt und muss entsprechend gekennzeichnet werden.

Welche Risiken und Grenzen gelten bei ATEX Ventilleckageerkennung?

Die größte fachliche Grenze ist die Verwechslung von Signalerkennung und Leckratenmessung. Ein akustisches Signal weist auf einen aktiven Vorgang hin, quantifiziert aber nicht automatisch den Volumen- oder Massenstrom. Ohne validierte Korrelation für Ventil, Medium und Betriebszustand ist jede exakte Mengenangabe unzulässig. Das gilt auch dann, wenn die Anzeige stabil und reproduzierbar erscheint.

Falsch negative Befunde entstehen vor allem bei unzureichender Druckdifferenz, ungünstiger Sensorposition oder schwacher Signalübertragung. Falsch positive Einordnungen entstehen durch Pumpen, Regelarmaturen, Kavitation, benachbarte Leckagen und Rohrschwingungen. Referenzpunkte reduzieren diese Risiken, beseitigen sie aber nicht. Ein uneindeutiger Befund verlangt eine erneute Messung unter geeigneten Bedingungen oder ein anderes Prüfverfahren.

Explosionsschutz ist eine Einsatzvoraussetzung und keine diagnostische Zusatzfunktion. Bei ungeklärter Zoneneinteilung, unpassender Gerätezertifizierung, beschädigter Messkette, fehlender Arbeitsfreigabe oder unsicherem Zugang findet keine Messung statt. Stand 2026 bleiben die betriebliche Gefährdungsbeurteilung und die konkreten Schutzmaßnahmen des Anlagenbetreibers für den Arbeitsort maßgeblich.

Auch methodisch bestehen klare Grenzen. Eine Feldprüfung ersetzt keine vorgeschriebene Prüfstandsmethode, keine Abnahme nach festgelegter Spezifikation und keine technische Bewertung durch zuständige Fachpersonen. Das Ergebnis dient als Entscheidungseingang. Es darf nur innerhalb des dokumentierten Prüfzwecks verwendet werden und benötigt eine nachvollziehbare Unsicherheits- und Grenzendarstellung.

Welche Kosten- und Nutzenfaktoren zählen bei ATEX Ventilleckageerkennung?

Die Kosten einer ATEX Ventilleckageerkennung hängen nicht allein vom Messgerät ab. Aufwand entsteht durch Prüfplanung, Ex-Abgleich, Arbeitsfreigaben, Zugang, Betriebskoordination, Datenerfassung, Auswertung und Folgemaßnahmen. Da das Dossier keine belastbaren Preisangaben enthält, ist ein pauschaler Geldbetrag nicht seriös. Wirtschaftlich ist die Methode, wenn ihr Ergebnis eine konkrete Instandhaltungs- oder Prüfentscheidung unterstützt.

Der Nutzen eines mobilen Screenings liegt in der Priorisierung: Auffällige Armaturen werden für vertiefte Prüfungen ausgewählt, statt den gesamten Bestand ohne Vorselektion gleich zu behandeln. Dieser Nutzen entfällt, wenn Betriebsdaten fehlen, Messpunkte nicht reproduzierbar sind oder alle Auffälligkeiten ohne Plausibilisierung als Defekt gelten. Gute Dokumentation ist daher kein Nebenaufwand, sondern Teil der wirtschaftlichen Verwertbarkeit.

Für die Bewertung sollten vier Kostenblöcke getrennt werden: Vorbereitung und Freigabe, Durchführung, fachliche Auswertung sowie Konsequenz des Befunds. Dem stehen vermiedene unnötige Eingriffe, gezieltere Folgeprüfungen und bessere Zustandsdaten gegenüber. Eine günstige Einzelmessung ohne verwertbares Entscheidungskriterium erzeugt keinen belastbaren Nutzen; ein sauber geplantes Screening kann dagegen die Prüfressourcen gezielt lenken.

Welche Entscheidungskriterien und Checkliste gelten für ATEX Ventilleckageerkennung?

Die Entscheidung ist belastbar, wenn Prüfziel, Ex-Eignung, Messbarkeit und Nachweisart vorab geklärt sind. Ein geeignetes Verfahren liefert genau die Aussage, die der Betrieb benötigt, ohne seine Grenzen zu überschreiten. Die folgende Checkliste dient als Freigabe- und Planungsgrundlage, nicht als Ersatz für die betriebliche Gefährdungsbeurteilung oder anwendbare Prüfvorgaben.

  • Ist das Ziel als Screening, Diagnose, Trendvergleich oder formaler Dichtheitsnachweis definiert?
  • Sind Zone, Gas- oder Staubatmosphäre, Kategorie beziehungsweise EPL, Stoffgruppe und Temperaturklasse dokumentiert?
  • Ist die gesamte Messkette für die konkreten Einsatzbedingungen geeignet und unbeschädigt?
  • Sind Ventil, Medium, Stellung, Strömungsrichtung, Druckverhältnisse und Temperatur bekannt?
  • Besteht ein sicherer Zugang mit gültiger Arbeitsfreigabe und festgelegten Abbruchkriterien?
  • Sind Messpunkte, Ankopplung, Einstellungen, Messdauer und Referenzpunkte standardisiert?
  • Ist festgelegt, wie unklare, auffällige und unauffällige Befunde weiterbehandelt werden?
  • Verlangt die Spezifikation zusätzlich eine Druck- oder Dichtheitsprüfung nach definierter Vorgabe?

Die Prüfmethode passt, wenn alle sicherheitsrelevanten Bedingungen erfüllt sind und der erwartete Befund eine konkrete Entscheidung auslöst. Sie passt nur eingeschränkt, wenn das Signal zwar messbar, aber wegen wechselnder Lasten nicht vergleichbar ist. Sie passt nicht, wenn der geforderte Nachweis ausschließlich durch eine formale Prüfung erbracht werden darf.

Wann ist das nicht die richtige Wahl?

Akustische ATEX Ventilleckageerkennung ist nicht die richtige Wahl, wenn keine verwertbare Druckdifferenz besteht, starke Fremdgeräusche nicht getrennt werden können oder eine quantitative Leckrate ohne validierte Kalibrierung verlangt wird. Ebenso ungeeignet ist sie als alleiniger Nachweis, wenn eine Spezifikation eine definierte Druck- oder Dichtheitsprüfung fordert. In diesen Fällen muss die Methode dem Nachweisziel angepasst werden.

Eine mobile Softwarelösung ist auch dann kein passender Ausgangspunkt, wenn Ex-Klassifizierung, Arbeitsfreigabe oder sichere Zugänglichkeit ungeklärt sind. Die Messung darf Sicherheitslücken nicht überbrücken. Betriebe ohne festgelegte Verantwortlichkeit für Bewertung und Folgemaßnahmen sollten zuerst ihren Prüfprozess definieren, weil selbst hochwertige Messdaten ohne Entscheidungspfad keine verlässliche Instandhaltungswirkung entfalten.

Wann passt Senseven GmbH für die ATEX Ventilleckageerkennung?

Senseven GmbH passt zu Anwendungen, in denen eine mobile akustische Ventilprüfung im Ex-Bereich strukturiert ausgeführt und dokumentiert werden soll. Die Senseven App für ATEX-Leckageerkennung unterstützt laut Produktinformation die Prüfung innerer Ventilleckagen und bietet eine Live-Ansicht von RMS- und dB-Werten. Diese Funktionen dienen der Datenerfassung und Diagnose, nicht dem automatischen formalen Dichtheitsnachweis.

Der sachliche Unterschied zu rein punktuellen Messungen liegt im geführten digitalen Arbeitsablauf und in der dokumentierten Auswertung. Ein sinnvoller Fit besteht bei wiederkehrenden Feldinspektionen, standardisierten Messpunkten und einem definierten Prozess für auffällige Befunde. Kein Fit besteht, wenn ausschließlich eine Prüfstandsmethode gefordert ist oder die betrieblichen Ex- und Freigabevoraussetzungen fehlen.

Vor einer Auswahl sollte ein konkreter Anwendungsfall geprüft werden: Ventilbauart, Medium, Druckverhältnisse, Zone, geforderte Aussage und vorhandener Prüfprozess. Erst wenn diese Angaben zusammenpassen, ist eine technische Bewertung der Lösung sinnvoll. Der nächste Schritt ist daher keine pauschale Beschaffung, sondern ein dokumentierter Abgleich von Einsatzbedingungen, Nachweisziel und Messverfahren.

Häufige Fragen (FAQ) zu ATEX Ventilleckageerkennung

Diese Antworten fassen die wichtigsten Entscheidungspunkte zu ATEX Ventilleckageerkennung kurz und konkret zusammen.

Was wird bei einer ATEX Ventilleckageerkennung erkannt?

Erfasst werden akustische oder ultraschallnahe Signale, die durch strömendes Medium an einem nicht vollständig schließenden Ventilsitz entstehen. Der Befund ist nur zusammen mit Ventiltyp, Medium, Druckdifferenz, Betriebszustand und Störquellen verwertbar.

Reicht eine ATEX-Kennzeichnung für den Einsatz aus?

Nein. Zone, Gas- oder Staubatmosphäre, Kategorie beziehungsweise EPL, Stoffgruppe, Temperaturklasse, Umgebungsbedingungen und Zertifikatsauflagen müssen zusammenpassen. Hinzu kommen Arbeitsfreigabe, sichere Zugänglichkeit und betriebliche Schutzmaßnahmen.

Ist die Prüfung im laufenden Betrieb möglich?

Die Prüfung kann im laufenden Betrieb erfolgen, wenn Einsatzbedingungen, Ex-Schutz und Arbeitsfreigabe dies zulassen. Der Prozesszustand muss dokumentiert sein und eine fachlich verwertbare Messung ermöglichen.

Kann die Methode eine genaue Leckrate bestimmen?

Eine quantitative Leckrate erfordert eine validierte Beziehung zwischen Signal, Ventilbauart, Medium und Betriebszustand. Ohne diese Korrelation ist das Ergebnis als Ortungs-, Screening- oder Trendbefund zu behandeln.

Ersetzt die akustische Messung eine Druck- oder Dichtheitsprüfung?

Nein. Verlangt eine Spezifikation einen definierten Prüfaufbau und ein festes Akzeptanzkriterium, bleibt die formale Prüfung erforderlich. Die akustische Messung liefert eine andere Art von Zustandsinformation.

Was ist vor der ersten Messung zu prüfen?

Zuerst sind Prüfziel, Ex-Zone, Eignung der gesamten Messkette, Arbeitsfreigabe und sicherer Zugang zu klären. Danach folgen Ventilidentifikation, Medium, Druckverhältnisse, Messpunkte, Referenzen und Störquellen.

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