Körperschall vs. Luftschall: Was ist der Unterschied und warum ist er wichtig?

Zwei Arten von Schall, zwei unterschiedliche Messprinzipien
In Industrieanlagen entstehen viele Geräusche: Pumpen, Rohrleitungen, Motoren, Ventile und Prozessströme erzeugen laufend akustische Signale. Für die Zustandsüberwachung ist wichtig, ob ein Signal über die Luft oder über die Struktur eines Bauteils übertragen wird.
Luftschall wird über die Umgebungsluft gemessen, zum Beispiel mit Mikrofonen. Körperschall entsteht dagegen im Material selbst und wird über Bauteile wie Ventilkörper, Rohrleitungen oder Gehäuse übertragen. Akustische Emission gehört in diesen Bereich hochfrequenter Körperschallsignale.
Luftschall: schnell erfassbar, aber störanfällig
Luftschallmessungen können hilfreich sein, wenn Geräusche direkt in der Umgebung entstehen und deutlich von Hintergrundgeräuschen abgrenzbar sind. In lauten Anlagen stoßen sie jedoch schnell an Grenzen, weil viele Quellen gleichzeitig hörbar sind.
Körperschall: näher an der Komponente
Körperschallmessungen erfassen Signale direkt an der Struktur. Bei einer internen Ventilleckage entstehen durch den Durchfluss am Ventilsitz hochfrequente Signale, die sich über den Ventilkörper ausbreiten. Dadurch kann die Messung näher an der Ursache erfolgen als bei reiner Luftschallanalyse.
- Bessere Trennung von Umgebungsgeräuschen
- Messung direkt an der relevanten Komponente
- Geeignet für Sitzleckageerkennung und Passing Valve Detection
- Wichtig für wiederholbare Prüfungen im Betrieb
Warum die richtige Einordnung zählt
Wer Luftschall und Körperschall verwechselt, riskiert falsche Schlussfolgerungen. Für Ventilleckageerkennung ist entscheidend, dass das gemessene Signal tatsächlich vom Ventil und nicht von einer externen Quelle stammt. Ein geführter Prüfprozess hilft, Sensorposition, Kopplung und Prozessdaten konsistent zu halten.
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